Privatinsolvenz in Deutschland

#1 von hslo , 03.06.2010 11:26

Unsere Frage:

mein Mann und ich leben seit 8 bzw 5 Jahren in der Schweiz, sind in Deutschland jedoch noch gemeldet.
Bis vor ca. 6 Monaten waren wir beide vollbeschäftigt, jetzt gehe ich wegen unserer Tochter nur noch 20% arbeiten (mein Mann weiterhin zu 100%). Vorallem mein Mann hat noch Verpflichtungen in D. Aber wir beide auch in der CH. Nun haben wir unsere Reserven aufgebraucht und dass Konto überziehen, dennoch sind Rechnungen unbezahlt blieben. Ich weis nicht wie es in den nächsten Monaten weitergehen soll.
Können kaum mehr schlafen!!!
Wir haben ein gesamt Einkommen von ca. 6000,00 Franken, und monatliche feste Belastungen von ca. 5500,00 Franken für Miete, Krankenkassen, Kita, Telefon, Tilgung der Schulden. Ohne Lebensmittel, Tanken, etc.
Wir haben versucht die Kredite und anderen Schulden mit Hilfe eines weiteren Kredites auszulösen und nur noch eine kleinere Rate zu haben. Dies wurde aber abgeleht da mein Mann in der ZEK steht (vergleichbar Schufa!) und ich zu wenig verdiene um so eine hohe Summe allein finanzieren zu können.
Nun unsere Frage: Können wir in Deutschland aufgrunddessen eine Privatinsolvenz für meinen Mann anmelden? Wenn ja welchen Weg müssen wir gehen und an wem können/müssen wir uns wenden?

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RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#2 von rantanwolf , 04.06.2010 11:44

Grundsätzlich ist das möglich, solange durch die Wohnsitzmeldung der allgemeine Gerichtsstand Ihres Mannes in Deutschland ist. Schwieriger wird es, zu ermitteln was als pfändbarer Betrag einbehalten wird. Grundsätzlich gilt für Insolvenzverfahren in Deutschland die PFändungstabelle nach § 850 cZPO, diese wird den höheren Lebenshaltungskosten in der Schweiz nicht gerecht. Auf Antrag kann dem Schuldner allerdings mehr belassen werden.

Verzweifelt müssen Sie nicht sein, auch wenn Sie keinen 08/15 Fall haben, wird ein klärendes Insolvenzverfahren auf Dauer Ruhe und neue Perspektiven bringen.

Grüsse
Rantanwolf


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RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#3 von hslo , 04.06.2010 13:08

Danke Ratanwolf!

Wir haben noch eine EMail an info@combank.de direkt geschrieben.
An wem können wir uns sonst noch wenden?

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RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#4 von HN , 04.06.2010 17:47

Guten Tag,

da die Schweiz kein EU-Land ist, hat die Privatinsolvenz in Deutschland keine Auswirkungen auf die Schulden in der Schweiz. Allerdings können Sie ggf. in Deutschland wohnen und dort....... nach der Insolvenz in Deutschland ein schuldenfreies Leben genießen. Die Schweizer hätten dann keine Möglichkeit Sie hier zu pfänden etc.

gruß
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comeback, denn das Leben hat Vorfahrt..........

http://www.schuldnerberatung.de

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RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#5 von hslo , 05.06.2010 11:06

Ich habe von der Firma Swissco Treuhand www.swissco.li anderslautende Informationen. Laut Swissco Treuhand sind bei der deutschen Privatinsolvenz auch alle schweizer Schulden inbegriffen. Swissco Treuhand verrechnet zur Durchführung der deutschen Insolvenz 5000 Fr. Mein Mann müsste lediglich zur Verfahrenseröffnung (ca. 3 Wochen) in Deutschland sein. Und er könne sein vollen Lohn behalten. (Da ein Baby, ein Unterhaltspflichtiges Kind 15 und ein Kind 21) - ist dies rechtens? Wir wollen nicht noch tiefer in die Schuldenfalle rutschen.
Danke und Gruss

hslo

RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#6 von , 07.06.2010 08:20

siehe dazu http://www.brak.de/seiten/pdf/Stellungnahmen/2007/Stn12.pdf
unter Probleme internationaler Anerkennung.
Gegen die Lichtensteiner Firma können Sie nicht vorgehen, sollte diese Ihre Leistung nicht erbringen.


RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#7 von , 07.06.2010 12:17

Und woher wissen Sie das so genau, sind Sie einer von denen?


RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#8 von rantanwolf , 07.06.2010 12:27

Verstehe die Frage nicht genau. Wer ist einer von wem???
Grüsse Rantanwolf


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RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#9 von anjazüri , 24.03.2011 23:30

Hallo Ratanwolf und hslo,
hab euren Kommentar gelesen, auch wenn schon ein bischen alt. Hab mich bei vielen erkundigt, da war auch diese Swissco.li dabei. Also mir haben die gesagt das mein Lebensmittelpunkt in Deutschland sein muss, sonst bekomme ich kein Konkursverfahren. Das mit den 5000 Franken muss veraltet sein, denn bei meinen Schulden (200.000 SF, 28 Gläubiger) wollten sie von mir 6000€. Das ist zwar viel, aber ich muss sagen wenn das mit der Insolvenz nicht geklappt hätte hätten sie für mich in der Schweiz ein ausergerichtliches Nachlassverfahren durchgeführt. Das finde ich nicht mal so unfair weil bei 28 Gläubigern müssen sie ganz schön viel verhandeln. Und das mit den Lohn, da hast Du recht, hslo, ich habe gehört, bei drei "Unterhaltsverpflichteten" also Ehefrau und Kinder, kann man rund 2400€ behalten. Wieviel ist das jeweils in Franken? Also ist deine Information eigentlich richtig.

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RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#10 von rantanwolf , 25.03.2011 10:28

Hallo Anjazüri,

danke für die Antwort. Habe ich das richtig verstanden, Sie sind jetzt im vereinfachten Insolvenzverfahen in Deutschland. Swissco hat diese eingeleitet und Sie haben 6.000 € dafür bezahlt.
Den pfändbaren Anteil Ihres Lohnes ergibt sich aus der Pfändungstabelle, § 850 C ZPO. Sollen € 2.400 übrigbleiben, bei 3 U-Pflichten liegt Ihr Netto bei € 2.700 und es können € 279,29 gepfändet werden.
Ggf. kann der Betrag wegen höhrer LEbenshaltungskosten in der Schweiz auf Antrag erhöht werden.

grüsse
Rantanwolf


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RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#11 von Swissco , 17.02.2012 15:57

Hallo Zusammen

Finger weg von Swissco. Die ziehen einem nur das Geld aus der Tasche und unternehmen gar nichts. Das mit den 6000.00 wäre nur der Anfang.
Gegen diese Firma kann man auch nicht vorgehen, da sie mit ihrer Verschleierungtaktik, unter Anderem Sitz in Panama, rechtliche Schritte gegen sie unmöglich resp. zu teuer machen.

Grüsse

Swissco

RE: Privatinsolvenz in Deutschland

#12 von hslo , 17.02.2012 21:25

Hallo,

wir haben uns dazu entschlossen den "richtigen" weg zu gehen! Und stottern unsere Schulden beim Beitreibungsamt ab. Unser beider Lohn wird gepfändet und uns bleibt "nur" ein Existenzminimum, welches mit Hilfe eines simplen & fairen System berechnet wurde. Alle zusätzlichen Kosten werden im bemessen des Betreibungsbeamten berücksichtigt! Wir arbeiten mit unseren Betreibungsbeamten (BB) gut zusammen, halten alle Fristen ein etc und haben dadurch einen sehr kooperativen BB!
Wir sind heute froh diesen Weg gegangen zu sein. Es wird zwar der längere (jetzt schon fast 2Jahre Betreibung!) und vermutlich steinigere Weg sein als eine Privatinsolvenz in D! Aber wir leben und arbeiten nunmal in CH. Wir haben Swissco unser Geld (welches über Kredit o.ä. finanziert wär) nicht auch noch "hinterhergeworfen" und vielleicht verloren!! Darüber sind wir heute froh!
Ausserdem macht das Rückzahlen auch noch schlau! Heute habe ich gelernt mein Budget einzuhalten und angefangen Rücklagen zu bilden, damit ich mir nie mehr was auf pump kaufen brauch! Das Auto bildet da immer noch DIE Ausnahme, aber eine hoffentlich verständliche!
Wir führen ein Haushaltsbuch und mehrere seperate Konten (tägl. Ausgaben, Sparen für Ferien & Konsum, Rücklagen für Unvorhergesehenes wie Zahnarzt, Auto flicken, Brille, ...). Mit viel Disziplin und Willen der Schuldenspiralle zu entkommen kann jeder das schaffen!
Ich wünsche allen viel Kraft, Mut und Menschen die Helfen (moralische Hilfe ist auf Dauer wirkungsvoller als finanzielle!).

hslo

   

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